Mi, 30. September 2026 - 08:15
Das Wallis zeigt erstmals seine Pläne für das Eidgenössische Schwing- und Älplerfest
150 Hektaren Festgelände, eine Arena für bis zu 58'000 Zuschauerinnen und Zuschauer und ein auf den öffentlichen Verkehr ausgerichtetes Mobilitätskonzept: Die Walliser Kandidatur für das Eidgenössische Schwing- und Älplerfest 2031 nimmt konkrete Formen an. Am Infotag vom 26. September 2026 präsentierten die Verantwortlichen den Ehrenmitgliedern des Eidgenössischen Schwingerverbands sowie den Delegierten seiner fünf Teilverbände erstmals das detaillierte Konzept der Kandidatur.

Ein Beitrag von
Redaktion Schlussgang
Auf diesem Gelände in Raron/Visp könnte 2031 das erste ESAF im Wallis seit 45 Jahren stattfinden.
Fotograf: Kandidatur Wallis / Andreas Soltermann
Im Kultur- und Kongresszentrum La Poste in Visp erhielten die Teilnehmenden am vergangenen Wochenende einen umfassenden Einblick in die Walliser Kandidatur für das Eidgenössische Schwing- und Älplerfest 2031 im Verbandsgebiet der Südwestschweiz. Die Co-Präsidenten Pierre-Alain Grichting und Egon Furrer stellten gemeinsam mit den Verantwortlichen der verschiedenen Fachbereiche die zentralen Elemente des Projekts vor. Im Fokus standen das Fest- und Wettkampfgelände in Raron, die Arena sowie die Konzepte zu Mobilität, Sicherheit und Beherbergung. Ein Animationsfilm zeigte erstmals, wie sich das Gelände während des ESAF 2031 präsentieren könnte.
Anschliessend besuchten die Teilnehmenden das vorgesehene Fest- und Wettkampfgelände in Raron und konnten sich vor Ort ein Bild von den Dimensionen und räumlichen Voraussetzungen machen.
150 Hektaren für ein Fest der kurzen Wege
Das vorgesehene Festgelände im Raum Raron–Visp umfasst rund 150 Hektaren. Herzstück des Konzepts ist der Flugplatz Raron, auf dem die Arena errichtet werden soll. Die Nüssli (Schweiz) AG hat die technische Machbarkeit am vorgesehenen Standort bestätigt. Planbar ist eine Arena für bis zu 58'000 Zuschauerinnen und Zuschauer.
Die Grösse und Struktur des Geländes ermöglichen es, die zentralen Elemente des ESAF an einem Ort zusammenzuführen und mit kurzen Wegen zu verbinden. Im Konzept sind unter anderem rund 20'000 Plätze in Festzelten, Public Viewing für 8'000 Personen, eine rund 1,6 Kilometer lange Schwingergasse sowie Campingflächen für bis zu 20'000 Personen vorgesehen.
«Mit dem Infotag wollten wir zeigen, dass hinter unserer Begeisterung für ein ESAF im Wallis ein konkretes und tragfähiges Konzept steht. Gleichzeitig verstehen wir diese Kandidatur als Generationenprojekt: Sie soll Menschen zusammenbringen, Begeisterung wecken und weit über das Festjahr 2031 hinaus Wirkung entfalten. Raron und Visp bieten den Raum und die Voraussetzungen für ein Fest dieser Dimension. Wir wollen ein ESAF schaffen, das die ganze Schweiz verbindet und bei dem unsere Gäste die Walliser Gastfreundschaft vom ersten Moment an erleben», sagen Pierre-Alain Grichting und Egon Furrer, Co-Präsidenten der Kandidatur ESAF/FFLS 2031 VALAIS/WALLIS.
Öffentlicher Verkehr im Zentrum der Planung
Ein Schwerpunkt der Planung liegt auf einer leistungsfähigen und komfortablen An- und Abreise mit dem öffentlichen Verkehr. Visp soll dabei als zentraler Hauptumsteigebahnhof dienen. Für die direkte Erschliessung des Festgeländes werden verschiedene Varianten vertieft.
Eine davon sieht einen temporären Bahnhof auf der Lötschberg-NEAT-Linie bei St. German vor. Von dort sind es rund zehn Gehminuten bis zum Festgelände. Eine weitere Variante setzt auf Shuttlebusverbindungen ab den bestehenden Bahnhöfen. Ab Visp könnte die Hauptlinie bis zu 8'000 Personen pro Stunde befördern. Ergänzend ist der Bahnhof Raron als Ankunftsbahnhof für den Regionalverkehr vorgesehen, insbesondere für Gäste aus dem Unterwallis. Beide Varianten sind gemäss den bisherigen Abklärungen grundsätzlich umsetzbar und werden im weiteren Verlauf der Planung vertieft.
Auch die Bereiche Sicherheit, Beherbergung, Logistik und Nachhaltigkeit sind von Beginn an Teil der Planung.
Breiter Rückhalt im Wallis
Die Kandidatur geniesst einen breiten Rückhalt in Sport, Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Getragen wird sie vom Walliser Kantonalen Schwinger-Verband und den regionalen Schwingklubs, vom Kanton Wallis sowie von den Munizipal- und Burgergemeinden Raron und Visp. Auch zahlreiche kantonale Dienststellen und Fachpersonen sind in die Kandidatur eingebunden.
Der gesamte Walliser Staatsrat unterstützt das Vorhaben. Staatsratspräsident Christophe Darbellay verweist dabei auf die grosse Erfahrung und die anerkannten Kompetenzen des Kantons bei der Organisation nationaler und internationaler Grossveranstaltungen. Dazu zählen unter anderem das Eidgenössische Schützenfest 2015, das auf dem vorgesehenen ESAF-Gelände ausgetragen wurde, das Eidgenössische Jodlerfest 2017 in Brig, das Pfadi Bundeslager 2022 im Goms und die UCI-Mountainbike-Weltmeisterschaften 2025. Mit den FIS Alpinen Ski-Weltmeisterschaften 2027 in Crans-Montana steht bereits der nächste internationale Sportgrossanlass im Wallis bevor.
«Solche Grossveranstaltungen wecken aussergewöhnliche Emotionen und stärken unsere Verbundenheit mit unseren Mitbürgerinnen und Mitbürgern aus der ganzen Schweiz. Mit dem Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest möchte das Wallis sein organisatorisches Können in den Dienst einer bedeutenden Schweizer Tradition stellen. Das Wallis ist bereit, und ich hoffe von ganzem Herzen, dass wir uns im Jahr 2031 wiedersehen», sagt Christophe Darbellay, Staatsratspräsident des Kantons Wallis.
Impuls für den Schwingsport im Wallis
Eine zentrale Rolle in der Kandidatur spielt der Walliser Kantonale Schwinger-Verband (WKSV). Ein ESAF im Wallis soll weit über das Festjahr 2031 hinaus Wirkung entfalten und den Schwingsport im Kanton nachhaltig stärken. Dazu gehört insbesondere das Ziel, junge Menschen für den Sport zu begeistern und das Schwingen im Wallis weiterzuentwickeln.
«Ein Eidgenössisches im eigenen Kanton kann eine ganze Generation prägen. Für uns wäre das ESAF 2031 eine grosse Chance, Kinder und Jugendliche für den Schwingsport zu begeistern, unsere Vereine zu stärken und das Schwingen im Wallis nachhaltig weiterzuentwickeln. Wir wollen, dass die Begeisterung, die dieses Fest auslöst, weit über den Schlussgang hinaus anhält», sagt Cyrille Fauchère, Präsident des Walliser Kantonalen Schwinger-Verbands (WKSV).
Turnusgemäss ist 2031 der Südwestschweizer Schwingerverband an der Reihe, das Eidgenössische Schwing- und Älplerfest auszurichten. Über den Austragungsort wird am 21. März 2027 im Rahmen der Delegiertenversammlung des Eidgenössischen Schwingerverbands entschieden.
Mit seiner Kandidatur will das Wallis ein ESAF schaffen, das die ganze Schweiz verbindet: ein zweisprachiges Fest, das Brücken baut und Sprach- und Kulturvielfalt mit der gemeinsamen Leidenschaft für den Schwingsport zusammenführt.
Neuenburg präsentiert sich am 3. Oktober
Die zweite ESAF-2031-Kandidatur, Neuenburg-Colombier, präsentiert sich am Samstag, 3. Oktober. Der dritte Kandidat, Genf, hat seine Kandidatur Anfang Juli, nach Differenzen mit den Behörden bezüglich des Standortes, zurückgezogen.
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