So, 30. August 2026 - 09:23

Kilchberger 1984 bis 1996: Drei Sieger aus drei Teiverbänden

Mit dem Nordostschweizer Ernst Schläpfer, dem Innerschweizer Eugen Hasler und dem Berner Niklaus Gasser konnten in den drei Austragungen zwischen 1984 und 1996 drei Verbände einen Kilchberger Sieg verbuchen.

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Schlussgang Kilchberger Schwinget 1984: Schwingerkönig Ernst Schläpfer (links) bezwingt Lothar Herrsche.

Fotograf: Fotoarchiv Christian Mutzner / SCHLUSSGANG

Die absolute Spitzenpaarung im ersten Gang am Kilchberger Schwinget 1984 lag auf der Hand: Schwingerkönig Ernst Schläpfer bekam es mit seinem letzten Widersacher am ESAF Langenthal 1983, Niklaus Gasser, zu tun. Schläpfer besass in diesem Duell zwar Vorteile, einen Sieger gab es jedoch nicht. Die nächsten beiden Berner, Fritz Lehmann und Hansueli Mühletaler, bezwang der Appenzeller dann aber souverän, jeweils mit einem Kreuzgriff. Der amtierende ISAF-Sieger Richard Heinzer musste sich im vierten Gang bereits nach dem dritten Zusammengreifen einem Fussstich geschlagen geben. Nicht viel länger konnte im fünften Gang Johann Santschi entgegenhalten: Noch in der ersten Minute griff Schläpfer mit Brienzer an, wechselte in einen inneren Haken und sicherte sich so die Schlussgangteilnahme. In der Endausmarchung wartete mit Überraschungsmann Lothar Herrsche ein Verbandskollege. Dieser brachte Schläpfer in der sechsten Minute mit einem Kurz zwar an den Rand einer Niederlage, musste sich aber zwei Minuten später einem Linkskurz geschlagen geben. Damit war Ernst Schläpfer der Erste, der als amtierender Schwingerkönig den Kilchberger Schwinget gewann.

Dritter Innerschweizer
Als dritter Innerschweizer gewann Eugen Hasler im Jahr 1990 den Kilchberger Schwinget. Der Saisonhöhepunkt startete für den 25-Jährigen ähnlich wie beim letzten Sieger: Auch bei dieser Austragung war die Paarung im ersten Gang dieselbe wie im Jahr zuvor im ESAF-Schlussgang und wieder gab es einen Gestellten. Während Schwingerkönig Adrian Käser bereits nach vier Gängen mit ebenso vielen Gestellten ausschied, liess Topfavorit Hasler nichts mehr anbrennen. Erst bodigte er Lothar Herrsche noch in der ersten Minute mit Überwurf, ehe er die beiden Berner Res Hadorn und Christian Oesch unter die Verlierer reihte. Um den Schlussgangeinzug bekam es der Schwyzer mit dem heutigen ESV-Obmann Guido Sturny zu tun. Der Südwestschweizer musste sich nach drei Minuten und einem Kurz den Rücken abwischen lassen. Im Schlussgang wartete dann mit Gabriel Yerly der zweite Südwestschweizer auf Hasler. Wieder war ein Kurz nach drei Minuten der gewinnbringende Zug – wobei das Resultat gemäss zeitgenössischen Berichten auf den Rängen als etwas flüchtig wahrgenommen wurde.

Ein 35-jähriger Sieger
39 Jahre waren vergangen, seit Hans Münger 1957 für den letzten Berner Sieg am Kilchberger sorgte. 1996 richtete es für die Mutzen mit Niklaus Gasser einer, den vor dem Fest nicht viele auf dem Zettel hatten. Neun Jahre nach seinem Unspunnen-Sieg zeigte es der mittlerweile 35-jährige Niklaus Gasser aber noch einmal allen. Dabei verlief das Anschwingen nicht optimal: Nach einem Sieg über Heinz Suter musste sich der Berner im zweiten Gang von Titelverteidiger Eugen Hasler geschlagen geben. Doch mit Siegen über die beiden Südwestschweizer Bertrand Egger und André Riedo hievte sich der sechsfache Eidgenosse wieder ins Rennen um den Tagessieg. Ein Meisterstück gelang dann im fünften Gang, in dem er den amtierenden Schwingerkönig Thomas Sutter bodigte. Trotz seines fortgeschrittenen Schwingeralters bewies Gasser im Schlussgang dann seine unglaubliche Kondition: Nach dem 22. Grifffassen und über 14 Minuten bodigte er den leicht favorisierten Nordwestschweizer Rolf Klarer mit Kurz.

Schlussgänge 1984 bis 1996
Schlussgang 1984: Ernst Schläpfer bezwingt Lothar Herrsche.
Schlussgang 1990: Eugen Hasler bezwingt Gabriel Yerly.
Schlussgang  1990: Niklaus Gasser bezwingt Rolf Klarer.

Kilchberger Serie im SCHLUSSGANG
In der Print-Ausgabe vom SCHLUSSGANG blickten wir seit Januar 2026 auf den Kilchberger Schwinget 2026 voraus, im Rahmen dieser Serie erschien auch dieser Bericht. Als Vorbereitung auf den Saisonhöhepunkt werden in den kommenden Tagen alle Historien-Berichte kostenlos Online aufgeschaltet. 

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