Do, 27. August 2026 - 17:27
Kilchberger 1932 bis 1952: Vier Sieger in zwanzig Jahren
In den vier Kilchberger Austragungen zwischen 1932 und 1952 gewann der spätere Festsieger immer gegen mindestens einen Schwingerkönig oder Titelverteidiger.

Ein Beitrag von
Elia Hendry

Kilchberger 1952: Walther Flach (rechts) gegen Titelverteidiger Peter Vogt.
Fotograf: Fotoarchiv Christian Mutzner / SCHLUSSGANG
Bereits die 2. Austragung des Kilchberger Schwingets im Jahr 1932 war um einiges grösser als noch die Premiere 1927: Aus 1200 geladenen Gästen wurden 4000 und aus anfänglich 42 Schwingern wurden 55. Im Gabentempel mit einem Gesamtwert von 4000 Schweizer Franken wartete für alle 55 Athleten eine Gabe.
1932: Jüngster setzte sich durch
Mit Werner Bürki (Jahrgang 1909) setzte sich am 2. Kilchberger Schwinget der jüngste Schwinger im Teilnehmerfeld durch. Der Berner Sennenschwinger ging mit sechs gewonnenen Gängen vom Platz, im Schlussgang bodigte er den Sieger der ersten Austragung Fritz Hagmann «nach längerem Geplänkel mit einem machtvollen Schlungg», wie einem zeitgenössischen Festbericht zu entnehmen ist.
1936: Abgebrochener Schlussgang
Damit der 3. Kilchberger Schwinget nicht in derselben Saison wie das ESAF 1937 in Lausanne stattfand, musste dieser um ein Jahr vorverschoben werden. Sportlich vermochte der unter Dauerregen stattfindende Anlass nicht auf ganzer Linie zu überzeugen. Die Jubiläumsschrift «100 Jahre Schwingklub Zürich» fand klare Worte: «Das schlechte Wetter wirkte sich scheinbar auch auf die Moral der Aktiven aus.» Auch der Schlussgang verlief enttäuschend, dieser musste bei anbrechender Dunkelheit und einer halben Stunde Gangdauer abgebrochen werden. Als lachender Dritter erbte der Berner Otto Marti den Tagessieg. Wie vor ihm schon bei Werner Bürki war auch sein letzter Gegner des Tages der Sieger von 1927: Der spätere Schwingerkönig Marti setzte sich im sechsten Gang im ersten Zug mit Kurz gegen Fritz Hagmann durch.
1946: Erstgekrönter Peter Vogt bezwang zwei Schwingerkönige
Nach zehnjähriger kriegsbedingter Pause setzte sich am Kilchberger 1946 mit Peter Vogt erstmals ein Nordwestschweizer durch. Vogt wurde am ESAF 1945 gemeinsam mit Schwingerkönig Willy Lardon Erstgekrönter. Am Kilchberger bodigte er im Festverlauf die einzigen beiden aktiven Schwingerkönige, Lardon und Otto Marti.
Erneut in wortwörtlich entscheidender Rolle mitgewirkt hatte auch Fritz Hagmann, nun aber in anderer Funktion: Kampfrichter Hagmann war es, der im Festverlauf ein etwas flüchtiges Resultat im Revancheduell Vogt gegen Lardon zugunsten des späteren Festsiegers guthiess. Auch im Jahr 1946 passierte rund um den Schlussgang etwas heute Unvorstellbares: Da im zweitletzten Duell des Tages zwischen Willy Lardon und Arnold Fink wenig lief, legte man auf dem anderen Platz bereits mit dem Schlussgang los. In diesem setzte sich Peter Vogt schliesslich gegen den Zürcher Jakob Steifenhofer durch.
1952: Zum zweiten Mal ein Zürcher Sieger
Der Zürcher Walter Flach startete mit einem Ausrufezeichen in den Kilchberger Schwinget 1952: Gleich im ersten Gang bezwang er Titelverteidiger Peter Vogt, der in der Zwischenzeit am ESAF 1948 in Luzern Schwingerkönig wurde, mit Kurz. Die Revanche im zweiten Gang endete ohne Sieger. Im Ausschwingen fand der Wetziker zum Siegen zurück: Mit Kurz/Lätz bodigte er Samuel Thomi, ehe er mit Kurz auch Walter Büchel bezwang. Im fünften Gang setzte es den nächsten Gestellten ab. Der Rheintaler Willi Egeter, dem später der Schönschwingerpreis zugesprochen wurde, vermochte Flach überraschend ein Unentschieden anzuhängen. Im Schlussgang traf Flach mit Hans Kopp erneut auf einen Berner. In der Endausmarchung setzte sich Flach mit einem Schlungg-Konter gegen den offensiv agierenden Kopp durch. Walther Flach wurde damit 25 Jahre nach Fritz Hagmann zum zweiten Zürcher Sieger am Kilchberger Schwinget.
Kilchberger Serie im SCHLUSSGANG
In der Print-Ausgabe vom SCHLUSSGANG blickten wir seit Januar 2026 auf den Kilchberger Schwinget 2026 voraus, im Rahmen dieser Serie erschien auch dieser Bericht. Als Vorbereitung auf den Saisonhöhepunkt werden in den kommenden Tagen alle Historien-Berichte kostenlos Online aufgeschaltet.
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